Hommage an Prof. Ludwig Heinrich Jungnickel

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Zu dieser Zeit entdeckte Prof. Ludwig Heinrich Jungnickel den sensiblen achtjährigen Franco Thamér (der Junge hinten in der Mitte) als seinen Assistenten. Immer wieder zog es Franco Thamér in die Natur; hier fand er Geborgenheit und Zuversicht. Oft blieb er über Nacht und schlief im weichen Moos der umliegenden Wälder – nicht selten kamen ihm dadurch die wild lebenden Tiere sehr nahe. Durch seine häufigen Aufenthalte fanden die Tiere das Zutrauen zu ihm.



Als begnadeter Tierdarsteller brach er oft mit seiner Staffelei in den zoologischen Garten auf, um für seinen perfektionistischen Anspruch an seine darstellende Arbeit den Blick auf echte Tiere richten zu können. Die inneren Bilder von meinen unzähligen Ausflügen und Nächtigungen auf weichem Moos unter den Bäumen in der freien Natur meiner Heimat vor Augen, kam mir der Zoo vom ersten Besuch an künstlich und stark begrenzt vor. Fasziniert von den Schilderungen meiner Erlebnisse in freier Wildbahn begann Ludwig Heinrich Jungnickel den eindrucksvolleren Unterschied im Naturerlebnis zu erahnen.

Er nahm meine kindlich naive Einladung an und an einem herrlichen Sommernachmittag ließ er sich von mir zum ersten Mal an die mir vertrauten Orte verschiedener Tiere am Fuße der Karawanken führen. So konnte er eine Fülle an authentischen Eindrücken wild lebender Tiere einfangen und diese ganz nah in der freien Natur zeichnen. Er bezeichnete mich immer als sein „Geschenk“ von Mutter Natur.

Er war es auch, der mich am Beginn meiner künstlerischen Träume in meinem ganz besonderen Gefühl für Formen und Farben bestätigte. Er ermutigte mich, den Pinsel nicht mehr aus der Hand zu geben und zukünftig an meinem künstlerischen Talent akribisch zu arbeiten. Für seine wichtigen, anhaltenden Impulse für mein künstlerisches Schaffen bin ich ihm unendlich dankbar. Sein Geist aus den intensiv erlebten gemeinsamen Zeiten im Zeichen der künstlerischen Wahrnehmung der Natur lebt bis heute in mir fort.

Franco Thamér


Prof. Ludwig Heinrich Jungnickel


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Hier oben war das Atelier von Prof. Ludwig Heinrich Jungnickel, bei dem Franco Thamér einige Jahre als Assistent arbeitete.

„Ludwig Heinrich Jungnickel wurde 1881 in Wunsiedel in Oberfranken geboren. Er studierte an der Kunstgewerbeschule in München, danach verbrachte er ein Jahr in Italien. 1898 ging er nach Wien, da ihn die Gründung der Secession neugierig gemacht hatte. Dort nahm Jungnickel seine Studien wieder auf - bei Christian Griepenkerl an der Akademie der bildenden Künste und bei Alfred Roller an der Kunstgewerbeschule.

Nach kurzer Lehrtätigkeit an der Kunstgewerbeschule in Frankfurt am Main zog es Jungnickel wieder nach Wien zurück, wo der Künstler, der sich eigentlich als "Tiermaler" einen Namen gemacht hatte, im Rahmen der Wiener Werkstätten Textilien, Tapeten und Postkarten designte.

Weiters war er für die Wiener Gobelinmanufaktur und die Firma Backhausen tätig, wo er Stoff- und Teppichmuster entwarf. Gemeinsam mit Gustav Klimt stattete er das Palais Stoclet in Brüssel aus, wobei von Jungnickel unter anderem ein Tierfries im Kinderzimmer stammt. Im Jahre 1965 starb er in Wien.“

Quelle: Eintrag über Ludwig Heinrich Jungnickel in der Datenbank „Gedächtnis des Landes“ zur Geschichte des Landes Niederösterreich (Landesmuseum Niederösterreich)




Jungnickel im City Hotel in Villach


Franco Thamér in seiner Heimatstadt Villach im City-Hotel. Hier fühlt er sich in seine Kindheit zurückversetzt.

Im gesamten Treppenhaus gibt die Chefin Karin Strickner dem Künstler Prof. Ludwig Heinrich Jungnickel Raum.

Ein großes Dankeschön an Karin Strickner und ihr gesamtes Team, die Franco Thamér - bei seinen regelmäßigen Besuchen - jeden Wunsch erfüllen.
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